Die grausamen Jagdmethoden auf
Füchse
Füchse werden in
den meisten Bundesländern wie kaum ein anderes Wildtier verfolgt -
ganzjährig ohne reguläre Schonzeit. Der Gesundheitspolizist unserer
Wälder wird dabei oft wie ein Schädling behandelt und auch mit
besonders umstrittenen Jagdarten verfolgt, die andernorts längst
verboten sind. Im Rahmen der bundesweiten Initiative "Schonzeit für
Füchse" setzen sich nunmehr 70 Organisationen dafür ein, dass dem
Fuchs mehr Schutz vor Nachstellungen zugestanden wird.
Fallenjagd:
Verstümmelungen sind an
der Tagesordnung

Deutsche Jäger töten jedes Jahr
mehr als eine halbe Million Füchse. Nicht wenige davon werden in
Fallen gefangen. Laut Gesetz sind zwar nur "sofort tötende" oder
"unversehrt fangende" Fallen
zugelassen, doch zeigen Studien, dass auch
der Einsatz legaler Fallentypen zu übler Tierquälerei führt. Tiere,
die in einer angeblich „unversehrt fangenden“ Kastenfalle gefangen
werden, geraten oftmals in Panik, wenn sich die Falle schließt. Sie
toben umher, verletzten sich selbst oder sterben an
Kreislaufversagen. Totschlagfallen sollen das Tier, welches den
Köder annimmt, dagegen durch den Schlag eines Metallbügels auf Hals
oder Brustkorb töten. Wenn ein Fuchs oder Waschbär die Falle jedoch
mit der Pfote auslöst, führt dies zu Quetschungen und blutigen
Verletzungen bis hin zur Verstümmelung. Der österreichische
Tiermediziner Hans Frey stellte bei Untersuchungen an mehreren
hundert Füchsen fest, dass ein Drittel der Tiere schwere
Laufverletzungen aufwies. In den Mägen mehrerer Füchse fanden sich
Teile der eigenen Extremitäten, die sie sich bei ihren verzweifelten
Versuchen, aus Totschlagfallen zu entkommen, selber abgebissen
hatten.
Hinzu kommt, dass Totschlagfallen nicht
selektiv fangen. Es kann selbst bei sachgerecht aufgestellten Fallen
nicht ausgeschlossen werden, dass statt eines Fuchses eine Hauskatze
in der Falle stirbt.
Baujagd auf Füchse: Quälerei von
Fuchs und Hund

Bei der Baujagd werden kleine, aggressive
Jagdhunde in den Fuchsbau geschickt, um dort verharrende Füchse
heraus zu jagen. An den Ausgängen warten währenddessen die Schützen
darauf, zum Schuss zu kommen. Mutige Füchse lassen es bisweilen auf
einen Kampf mit dem Hund ankommen, der im schlimmsten Fall für beide
Beteiligten tödlich enden kann, meist aber zumindest zu gravierenden
Verletzungen führt. In Internet-Foren zur Jagd finden sich
zahlreiche Bilder übel zugerichteter Jagdhunde, mit denen Jäger die
"Raubwildschärfe" ihrer Hunde beweisen.
Es besteht ein breiter Konsens darüber,
dass
Wildtiere Rückzugsgebiete und Ruhezonen
brauchen, in denen Eingriffe und Störungen vermieden werden sollten.
Für die vielen Jägern verhassten Füchse scheint dies nicht zu
gelten: Bei der Baujagd werden sie an genau jenem Ort bekämpft, an
dem sie Schutz suchen, an den sich zurückziehen, wo sie ihre Jungen
zur Welt bringen und während der ersten Wochen großziehen. Ihr
letzter Rückzugsort wird so zur Falle, an dem sie in Panik versetzt
und getötet werden.
Schliefanlagen: Die Leiden der "Übungsfüchse"

In sogenannten Schliefanlagen werden
Jagdhunde an lebenden Füchsen zur Baujagd abgerichtet. Die
betreffenden Füchse werden oft zu Beginn der „Ausbildungssaison“
gefangen, zwischen den
Ausbildungsabschnitten in Käfigen
gehalten, und am Ende der Saison von Hund oder Jäger getötet.
Die Schliefanlage selber besteht aus einem
System von Betonröhren, durch das der abzurichtende Hund den Fuchs
jagt. Um die Tötung des Übungsfuchses in frühen Phasen der
Ausbildung durch den Jagdhund zu vermeiden, sind einzelne Abschnitte
der Anlage durch Schieber abtrennbar. Dennoch kommt es
Augenzeugenberichten zufolge immer wieder zu schweren, nicht selten
tödlichen Verletzungen auf Seiten des Fuchses. Aus jagdlicher Sicht
ist dies bisweilen durchaus nicht unerwünscht, da nur so "der Fuchs
(...) in seiner unmittelbaren Wehrhaftigkeit (...) kennengelernt
wird", wie Jagdautor Dirk Neumann schreibt. Unabhängig davon
bedeutet das wiederholte Gejagtwerden für den Fuchs extremen Stress
und Todesangst; er ist ohne Fluchtmöglichkeiten seinen Feinden
Mensch und Jagdhund ausgeliefert, was bis hin zum Tod durch
Herzinfarkt führen kann.
Fallenjagd, Baujagd,
Schliefanlagen: Vielerorts bereits verboten
Angesichts dieser Grausamkeiten ist es
wenig verwunderlich, dass diese Jagdarten sowie die
Jagdhundeausbildung an lebenden Füchsen vielerorts bereits verboten
wurden. Schlagfallenjagd und Schliefanlagen wurden 2008 in
Österreich für tierschutzwidrig befunden und untersagt; im
Schweizer Kanton Thurgau wurde
letztes Jahr ein Verbot der Baujagd angekündigt. Dasselbe gilt für
das Saarland, das deutschlandweit diesbezüglich eine Vorbildfunktion
einnimmt: der Koalitionsvertrag der dortigen Jamaika-Koalition sieht
zudem auch die Abschaffung von Fallenjagd und Schliefanlagen vor.
Bundesweit macht sich die
Initiative Schonzeit für Füchse
mit 70 beteiligten Organisationen dafür stark, diese
besonders tierquälerischen Formen von Jagd und Hundeausbildung zu
verbieten. „Eine Notwendigkeit für die Fuchsjagd besteht im
Gegensatz zu den Behauptungen von Jagdorganisationen nicht“,
erläutert Lovis Kauertz, einer der Initiatoren der Kampagne. „Füchse
können
mit jagdlichen Mitteln nicht reguliert
werden, weil mehr Abschüsse stets zu einer deutlich ansteigenden
Geburtenrate führen. Von Jägern werden diese nützlichen Tiere
vielerorts zu Schädlingen herabgewürdigt – nicht zuletzt wohl auch,
um brutale Jagdmethoden wie die Fallen- oder die Baujagd zu
rechtfertigen. Es wird höchste Zeit, dass wir den Fuchs vor dieser
Willkür und diesen Grausamkeiten schützen.“
Die Initiative "Schonzeit für Füchse" wurde
Ende 2010 von Dag Frommhold und Lovis Kauertz gegründet. Stand
Februar 2011 wird die Initiative von 70 Organisationen aus den
Bereichen Tierschutz, Tierrechte, Naturschutz und Politik
unterstützt. Webseite: www.schonzeit-fuer-fuechse.de
(hier wird auch kostenfreies Bildmaterial zur Kampagne zur Verfügung
gestellt)
Pressekontakt:
Lovis Kauertz, Am Goldberg 5, 55435 Gau-Algesheim, Tel. 0177 / 72
300 86, lovis.kauertz (at) gmail.com (www.jagdaberfair.de)
Dag Frommhold, Eichbergstr. 47, 72639 Neuffen, dag.frommhold (at)
fuechse.info (www.fuechse.info)
Literaturhinweise:
Zur Ökologie des Fuchses (incl. umfassendem Quellennachweis): Füchse
im Fadenkreuz Zitate aus
Jagdliteratur und Jagdforen über Füchse
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