Wenn eine Kuh sprechen könnte ...
Ich bin eine Kuh.
Ich mag es, die Sonne auf meinem Rücken zu spüren, zu grasen auf
einem offenen Feld, mit meinen Artgenossen frei herumzulaufen.

Ich möchte mich liebevoll um mein Kälbchen kümmern, es mit frischer
Milch versorgen, denn ich liebe mein Kälbchen, genau, wie Menschen
ihre Babies lieben.
Auch ich möchte meinem Kälbchen eine liebevolle Mutter sein und ihm
die Welt zeigen, die es neugierig entdecken möchte.
Ich bin wie jede andere fürsorgliche Mutter auf dieser Erde.

Wenn ich Eure Sprache sprechen könnte, würde ich Euch über mein
Leben erzählen. Über mein Leben in einer „Industrie-Anlage“ – ich
bin sicher, Ihr würdet keine Hamburger, kein Kalbfleisch, keine
Steaks mehr essen und meinem Kälbchen seine Milch lassen.
Vielleicht würdet Ihr auch auf Schuhe, Taschen, Kleidung, Stühle
oder Sportgeräte aus Leder verzichten, für all das ich ein grausemes
Leben und einen qualvollen Tod hatte.
Ich wurde nur deshalb geboren, damit Ihr mich essen, meine Milch
trinken oder meine Haut verarbeiten könnt.
Ich habe kein idyllisches und humanes Leben, wie Sie sich das
vielleicht vorstellen.
Wenn ich für Euch Milch produzieren soll, werde ich gezwungen, jedes
Jahr einem Kälbchen das Leben zu schenken. Wie Ihr Menschen, habe
ich eine Tragezeit von 9 Monaten
Mein ganzen Leben lang muss ich also jedes Jahr ein Kälbchen zu Welt
bringen, was auch für mich eine unglaubliche Strapaze bedeutet. Aber
ich habe keine Wahl…
Ich werde gezwungen, pro Tag eine 10fach höhere Milchmenge zu
liefern, was ich unter normaler, artgerechter Haltung niemals könnte
und auch nicht müsste, denn für mein Kälbchen reicht meine
natürliche Menge an Mich.
Unter guten Lebens- und Haltungsbedingungen werde ich etwa 25 Jahre
alt. Als Milch- und Fleischlieferantin werde ich kaum älter, als 3
Jahre, also darf ich nur etwa 12% meiner normalen Lebenserwartung
hier verbringen.
Umgerechnet auf Euch Menschen würde das bedeuten, dass Ihr mit 8
Jahren sterben müsstet.
Ich habe Angst, weil ich nur Kälbchen zur Welt bringen muss. Durch
diese Massengeburten bin ich oft verletzt.
Nach dem Entfernen meine Hörner, werde ich auf Lastwagen gepackt und
wie Ware auf Auktionen verkauft.
Damit man mich identifizieren kann, presst man mir ein glühend
heißes Eisen auf meinen Schenkel. Das ist so schmerzhaft und es
dauert lange, bis die Wunde verheilt ist. Obwohl man mich auch
anders und schmerzfrei markieren könnte, verbrennen viele Menschen
immer noch meine Haut, da ich für sie ja nur eine Ware bin.
Ich werde zwangsernährt mit Nahrung, die mit meinem natürlichen
Spreiseplan nichts gemein hat. Zusätzlich erhalte ich jede Menge
Wachstumshorme, damit ich groß werde und ganz viel Milch und Fleisch
geben kann.
Mein Euter sind oft entzündet, so dass viel Eiter und Blut in meine
gute Milch gelangt, außerdem viele Substanzen, die in meiner Milch
nichts zu suchen haben. Das kommt von den Wachstums-Hormonen und
chemischen Futterzusätzen, die Ihr mir gegeben habt.
Viele von Euch werden durch das Trinken meiner Milch auch sehr
krank.
Viele meiner Kälbchen kommen durch den Chemie-Coctail, den Ihr mir
gebt, behindert zu Welt. Aber meine Kleinen werden mir gleich nach
der Geburt weggenommen, so dass ich sie nie kennenlernen und
umsorgen darf.
Ihren Vater werden sie nie sehen. Er leidet schon seit langer Zeit,
denn er ist für die Fleischproduktion zuständig, da er keine Milch
produzieren kann.

Auch meinen kleinen Jungs droht ein furchtbares Schicksal.
Die Menschen essen meine Kälbchen und meine kleinen Jungs wurden
geboren, um zu leiden und zu sterben.
Gleich nach der Geburt, sperren sie Menschen für Monate in eine
Holzkiste, die so klein ist, dass sich meine Kleinen nicht einmal
drehen können. Auch das Liegen fällt schwer. Sie tragen schwere
Ketten um ihren zarten Hals. Man füttert ihnen – statt meiner guter,
nahrhaften Milch – irgendein komisches Chemie-Diätfutter. Dadurch
werden sie anämisch und ihr Fleisch bleibt zartrosa und weich ...
das wollen die Menschen!
Manchmal höre ich ihre verzweifelten Schreie, geprägt von Schmerz
und Hunger. Aber ich darf nicht zu meinen Kälbchen - die Menschen
lassen mich nicht in ihre Nähe und lassen sie einfach schreien.
Die Kisten sind sehr unbequem, Meine Kälbchen schlafen auf einem
harten, kalten Betonboden. Irgendwann werden sie von Menschen an
ihren Beinen gepackt und fortgeschleift. Von da an war es still -
die Schreie sind verstummt.
Ich selbst lebe monatelang in einer verdreckten, verstaubten und mit
Kot und Urin verunreinigten Box, Hierdurch leide ich unter schlimmen
Atemwegserkrankungen. Auch sind meine Augen oft entzündet.
Viele von uns laufen Gefahr, an Augen-Krebs zu erkranken, der
unbehandelt das Auge zerstört und sich in unser Gesicht frisst. Das
sind fürchterliche Schmerzen!

Ich erlebe oft, wie meine Artgenossen abtransportiert werden. Sie
gehen auf ihre letzte, grausame Reise. Sie werden oft umgeladen und
viele von uns reisen tausende von Kilometern auf dem LKW. Sehr viele
überleben diese Strapazen nicht und sterben an Hitze, Wassermangel,
Erschöpfung und Krankheit. Der Stress ist enorm.



Meine Artgenossen und ich verbrauchen Tonnen an Nahrung, die nicht
artgerecht ist und unserem natürlichen Ernährungsverhalten nicht
entspricht. Uns wird beispielsweise Getreide gefüttert, dabei stellt
Getreide nicht unsere natürliche Nahrung dar, denn wir fressen und
lieben Gras! Menschen mögen kein Gras, also könnte man doch das
Getreide besser als Menschenfutter nutzen. Viele hungernde Kinder
würden sich doch freuen.

Wisst Ihr, dass man tausende Liter von Wasser benötigt, um ein Pfund
von unserem Fleisch herzustellen? Und dann die unsachgemäße
Entsorgung von unseren – mit Chemie und Hormonen belasteten –
Fäkalien, die Luft, Meere, Seen, Flüsse, Bäche und Böden
verschmutzen und belasten. Das kann auch Eure Gesundheit belasten
und Euch sehr krank machen.
Wir werden oft furchtbar krank oft brechen wir uns die Beine und
können nicht mehr gehen.
Unsere Krankheit und die Unfähigkeit uns zu bewegen ärgert einige
Menschen, so dass sie uns brutal ziehen und schlagen, machmal bis
zum Tode.
Sie verwenden oft schwere Ausrüstung, uns zu transportieren. Das tut
weh und schmerzt. Ganz schlimm sind Putting Haken, die in Rücken,
Gesicht oder Nase gerammt werden.

Dann hängen sie uns kopfüber auf, wir bluten und alles
schmerzt. Damit wir bewusstlos werden, kommen sie mit einer Bolzen
Pistole an den Kopf. Oft geht das daneben und einige von uns leben
noch, während wir weiter, kopfüber hängend, die Schmerzen kaum noch
aushalten können.
Wenn wir Glück haben, kommt schnell ein Mensch zu uns und schiebt
uns ein Messer in den Hals. Jetzt erst hat unser Leid ein Ende.
Ich bin eine Kuh.
Ich, meine Geschwister und Kinder wurden geboren, um für Euch zu
sterben. Um für Euch zu leiden, Um für Euch unsagbare Qualen zu
erdulden! Was haben wir getan, dass Ihr uns so behandelt?
Ich
bin jetzt tot.
Aber es ist nicht
zu spät
für Sie, andere
von einem Leben, wie ich es leben musste, zu bewahren
Sie haben die Macht,
um tausende von Tieren
zu retten und vor Missbrauch
und Leid zu bewahren.
Ich wünschte mir so sehr, dass Sie unser Leid erkennen und
nachdenken werden.
Danke!



