Augen auf beim Welpenkauf - auch hier in Deutschland

Nicht für jeden Züchter steht das Wohl des Welpen im Vordergrund!

Eine kleine Vorgeschichte, die uns wieder einmal aufhorchen ließ
Eines Tages erschien ein junges Pärchen im Tierheim und interessierte sich für „Sparky“, einen 5-monatigen schwarzen Schäferhund-Labrador-Mix.. Ein sehr lieber, gelehriger und bewegungshungriger Junghund, der im Tierheim abgegeben wurde, weil die Besitzer Zitat: „… „mit ihm überfordert sind“.

animal aid AWM  hatte sich diesem Hund angenommen und besorgte einen liebevollen Pflegeplatz mit Betreuung durch Walther Möller, ausgebildeter Hundepsychologe und Dog-Coach, denn schließlich musste „Sparky“ noch so einiges an Grundgehorsam lernen.

Sparky war - seinem Alter entsprechend - sehr lebhaft und agil, lauf- und spielfreudig. Ein toller Junghund, der sehr gelehrig war und auch Freude beim Lernen hatte. Es hat auch uns viel Spaß gemacht, mit Sparky zu arbeiten.

Grundsätzlich werden auch hier im Tierheim Interessenten im Vorfeld „überprüft“, um festzustellen, ob eine artgerechte Unterbringung eines Tierheim-Hundes möglich ist, ob genau dieser Hund „der richtige“ für die Interessenten ist, etc., etc.

Diese Vorabprüfung fand dann auch unangemeldet statt.  Autos standen im Hof und durch das vorhanglose Fenster konnte man 2 Hunde sehen. Selbst nach Klingeln blieb die Haustüre zu. Noch vor Ort versuchte man, die Interessenten telefonisch zu erreichen, was ebenfalls nicht fruchtete. Man musste also unverrichteter Dinge wieder zurück, dennoch hatte man einen relativ klaren Eindruck gewonnen, dass ein dritter Junghund aus dem Tierheim nicht in Frage kommen würde – der Hof des Anwesens war weder eingezäunt und sah ziemlich „vermüllt“ aus. Überall lagen Werkzeuge, Splitter und Materialien herum, was für die Hunde bestimmt sehr ge­fährlich wäre, während sie draußen herumtobten und die eine oder andere Verletzung nach sich ziehen könnten.

Ach ja – und dann gab es in diesem Haushalt noch ein Kind von 3 Jahren, welches für einen Junghund sicher noch nicht „standfest“ genug wäre …

Wenige Stunden später riefen wir die Interessenten noch einmal an – wieder hatten wir niemanden erreicht.

2 Tage später erhielten wir dann einen Anruf der jungen Interessentin, da sie unseren Anrufversuch auf ihrem Telefon-Display gesehen hatte.

Sie teilte uns telefonisch in aller Kürze mit, dass sich das mit „Sparky“ erledigt hätte – sie haben heute vom Züchter einen 8-wöchigen (!) Welpen  gekauft.

Als wir das hörte, überkam uns eine unbändige Wut und ein totales Unverständnis. Am liebsten wären wir sofort zu diesem „Züchter“ gefahren, der anscheinend nur darauf bedacht ist, seine Welpen bestmöglich zu Geld zu machen, ohne auch nur einmal zu hinterfragen, wer die neuen Halter sind und welches Zuhause bzw. Umfeld der Welpe haben wird. Es wird anscheinend nicht einmal gefragt, ob die neuen Halter mit dieser Art Rasse umgehen können bzw. ob diese Rasse die richtige für die neuen Besitzer ist. Kein Hinterfragen, keinerlei Interesse am weiteren Schicksal dieses Welpen – Hauptsache die Kohle stimmt.

Ein derartiges Desinteresse und skrupelloses Handeln mit Welpen stinkt zum Himmel, und wir möchten gar nicht näher darüber nachdenken, welches Schicksal vielen Welpen, die von solchen geldgeilen Züchtern“ stammen, ereilt.


In unserem vorliegenden Fall prangern wir an:
 

  • Es ist viel zu früh, einen Welpen bereits mit 8 Wochen abzugeben
  • Das neue Umfeld des Welpen scheint für diesen Züchter ohne Inte­resse zu sein (vermüllter, gefährlicher Innenhof, 2 erwachsene, große Hunde, ein 3-jähriges Kind – wo bleibt da noch Zeit für den Welpen?)
  • Kein Wort darüber, welche rassespezifischen Besonderheiten dieser Welpe mitbringt
  • Kein Gedanke darüber, ob diese Rasse auch zur „Familie“ und den anderen Hunden passt
  • Kein Interesse daran, ob die beiden vorhandenen Hunde artgerecht gehalten werden
  • Kein Wort darüber, ob die Käufer überhaupt in der Lage sind (finan­ziell und fachlich) einen Welpen zusätzlich zu halten

Hauptsache: die Kohle stimmt!

Wir möchten hier sicherlich nicht allgemein die Hundezüchter angreifen! Die meisten nehmen Ihre Aufgabe sehr ernst und sprechen mit den Interessenten bzw. hinterfragen Details und klären über das Wesen ihrer Hunderasse und deren spezielle Ansprüche auf. Sie haben Interesse daran, dass ihr Welpe ein hundelebenlanges, schönes Zu­hause mit Familienanschluss bekommt!

Daran kann man verantwortungsvolle Züchter erkennen

Wir appellieren an alle, die planen, einen Welpen bei einem Züchter zu kaufen, sich diesen Züchter genauestens anzusehen: 

  • Wie werden die Hunde und Welpen gehalten,
  • Ist das Muttertier bei den Welpen
  • Sehen Hunde und Welpen gepflegt und gesund aus
  • Sind die Welpen neugierig und aufgeschlossen oder eher ängstlich
  • Hinterfragt der Züchter Ihre Wohnverhältnisse und Ihre Zeit
  • Beantwortet er Ihre Fragen ohne Ausreden und Ausflüchte
  • Übt der Züchter auch beratende Funktion aus
  • Erklärt er Ihnen rassespezifische Merkmale
  • Werden die Hunde geimpft mit Impfpass übergeben
  • Weist der Züchter auf bevorstehende Impfungen hin
  • Ab welchem Alter werden die Welpen abgegeben. Vernünftig ist eine ausreichend lange Zeit von 12 Wochen.

 

Dies sind nur grobe Hinweise, ob es sich um einen seriösen Züchter handelt oder um einen, der in seinen Welpen nur den finan­ziellen Aspekt im Vordergrund sieht.




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