Kriegsspiele
in Wald und Flur

Es mutet schon äußerst merkwürdig und befremdlich an, wenn man sie ausschwärmen sieht – die Menschen mit Hut in grünen Fräcken mit Gewehr im Anschlag.
Nach einem ausgeklügelten Jagdplan wird nun jeder einzelne Winkel durchkämmt und auf alles geschossen, was sich bewegt. Es scheint auch keine große Rolle für diese „Krieger“ zu spielen, auf wen oder was sie schießen – eher mutet dieses Treiben wie die pure Lust am Kriegsspiel an.

Schon kleine Jungs nehmen gerne ihr Spielzeuggewehr in die Hand und jagen sich – als Indianer und Cowboy verkleidet - durch den Garten. Mit lautem „Peng“ und „ich hab Dich getroffen, Du bist jetzt tot“ stehlen sie manchen Eltern so einige
Nerven. Aber es sind Kinder, die einfach spielen – es sind die kleinen „bewaffneten“ Kriegsspiele, die stets fair und mit recht strengen Regeln einher gehen, wobei viel Wert auf Chancengleichheit gelegt wird und  – außer ein paar Kratzern und blaue Flecken – ohne weittragende Folgen bleibt.

Viele Kinder scheinen nie erwachsen zu werden, denn diese Kriegsspiele haben für sie nie geendet. Sie pflegen diese Leidenschaft bis zum heutigen Tag, nur mit anderen Regeln: Sie nennen sich heute nicht mehr „Cowboy“ oder „Indianer“, sondern „Heger und Pfleger“ – kurz „Jäger“, das Spielzeuggewehr wich einer scharf geladenen Waffe und von einem „Fairplay“ und einer Chancengleichheit kann natürlich auch nicht mehr die Rede sein. Bedrohlich, versteckt und „gut getarnt“ warten sie im Astwerk oder auf Hochsitzen auf die „Feinde“ … die ihnen auf hinterhältige und feige Art chancenlos
ausgeliefert sind

Folgen der heutigen „Jagdspiele“: schlimme Verletzungen, Tod und Leid stehen in der Bilanz der wehr- und chancenlosen Verlierer…
Die „Kriegsherren“ hingegen scheinen sich in ihrer Rolle se
hr zu gefallen, die vollumfängliche Macht über Leben und Tod demonstrieren zu können. Und Gnade dem, der sich versehentlich auf diesem „Schlachtfeld“ befindet! Ob Mensch oder Tier – jeder schwebt in großer Gefahr, verletzt oder getötet zu werden. So werden auch die „gefährlichen“, Katzen und Hunde „erlegt“ und dann mit Stolz geschwellter Brust der Horde präsentiert. Man hat die Wildtiere wieder einmal vor den gefährlichen Katzen und Hunden „beschützt“. so die Rechtfertigung, da diese – so die gnadenlose und unhaltbare Argumentation der Jäger – eine „Gefahr für Wildtiere“ darstellen und „ganze Bestände gefährden“.

Schon im Jahr 1848 wurde das Töten von „revierenden“ Hunden und Katzen geregelt:



Quelle: Bauer, Josef: Die Jagdgesetze Preußens

Bis heute hat sich daran so gut wie nichts geändert, und jährlich werden über 200.000 Katzen und Hunde von Jägern getötet, verletzt oder in Fallen gefangen werden. Eigentumsrecht und Tierschutzgesetz wird völlig missachtet - was kümmert das schon die "Kriegshelden" von heute!

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Das ist er wohl: der Krieg des 21. Jahrhunderts in einem Land, indem „Krieg“ Gott sei Dank der Vergangenheit angehört. Leider scheint es, als ob manche Kinder nie erwachsen geworden und nie in unserem Zeitalter angekommen sind. Töten ohne stichhaltige Argumente und entgegen jeder wissenschaftlich belegter Studie, die Jagd als kontraproduktiv bezeichnet!

Die „Heger und Pfleger“ … sind sie nicht nur klein gebliebene "Krieger" der heutigem Zeit, in der es keine Feinde in Wald und Flur zu schlagen gibt?

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Astrid Möller
animal aid AWM - aktiver Tierschutz


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