Gedanken zu unserer ethisch-moralischen Verantwortung

Ist es ethisch-moralisch vertretbar,
dass wir Tiere wie „Waren“ behandeln, die nur einem Ziel dienen: die Taschen derer zu füllen, die skrupellos sind und kein Gefühl für unsere Mitgeschöpfe haben?
Ob Massentierhaltung oder Massenvermehrer – alleine das Wort „Masse“ steht in einem krassen Widerspruch zur Achtung vor Tieren, zu einem respektvollen Umgang mit Tieren, zur Tierliebe, zur Achtung vor dem Leben.

Ist es ethisch-moralisch vertretbar,
dass Tiere leiden müssen oder getötet werden, nur weil sie für uns „mit dem falschen Geschlecht“ geboren werden?
Als Beispiel sei hier nur das Schicksal der männlichen Küken genannt, die den ersten Tag nicht überleben, sondern mit grober Hand aussortiert und lebendig „geschräddert“ und auf den Müll geworfen werden.
Auch das Leben der Milchkühe ist grausam, da ihre Milch – ohne Wenn und Aber – einfach „abgeschöpft“ wird, ohne darüber nachzudenken, für wen die Milch eigentlich gedacht ist. Die Kälbchen der Milchkühe werden nur geboren, dass die Milch nicht aufhört, „zu fließen“. Die Kälbchen sehen davon nicht einen Tropfen, kommen in eine kleine Box und werden dem Schlachter überstellt.

Ist es ethisch-moralisch vertretbar,
dass Tiere zu unserer Unterhaltung missbraucht werden?
Ob Stier- Hunde- oder Hahnenkämpfe, Rodeo oder Military – die Liste ist lang! Tiere leiden für uns in Sportveranstaltungen, Zirkusbetrieben, Delfinarien/Aquarien und Zoos.
Der Mensch hat Spaß und Freude daran und sieht nicht das unendliche Tierleid, was damit einhergeht.

Ist es ethisch-moralisch vertretbar,
dass Millionen Tiere für unsere „Schönheit“ leiden müssen?
Ob „Anti-Age-Creme, Haarfarbe, Make-up, Zahncreme oder Duschgel. Für jedes Produkt litten unendlich viele Tiere so lange, bis sie ein grauenvoller Tod endlich erlöst hat.

Ist es ethisch-moralisch vertretbar,
dass Tiere für unsere Gesundheit gequält werden?
Viele bejahen diese Frage. Würden sie es noch immer tun, wenn sie wüssten, dass es schon lange Alternativen gibt, die ohne Tierversuche auskommen? Ob Zellbiologie oder gentechnische Untersuchungen – der Mensch hat viele Alternativen entwickelt und wendet sie nicht an, denn „Tiere im Labor sind billiger“, auch wenn der tierische Organismus nicht immer mit dem menschlichen konform geht und viele Versuche wenig oder keine Aussagekraft – bezogen auf den Menschen - haben!

Ist es ethisch-moralisch vertretbar,
dass unsere Lebensmittel nur noch „billig“ sein müssen? Reis, Mais, Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch – alles nur noch zu Dumping-Preisen, die dafür sorgen, dass diejenigen, die uns diese Produkte „liefern“ nicht mehr leben können? Unser Motto lautet doch nur noch „Masse statt Klasse“! Dass wir uns hier aber in einer Sackgasse befinden und den „Karren gegen die Wand fahren“, will niemand sehen. Durch unser Verhalten fördern wir weiter Hungersnöte, Massentierhaltung, Umweltzerstörung, etc.!

Ist es ethisch-moralisch vertretbar,
dass sich in unseren Köpfen alles nur noch ums „Geld“ dreht. Gibt es nicht Werte, die sehr viel erstrebenswerter sind? Unsere Moral versickert im Geldsumpf und es scheint, als ob diese Entwicklung nicht mehr zu stoppen ist.
Jeder einzelne kann jedoch entscheiden, welche Werte für ihn erstrebenswert sind.
Für mich stehen Ethik und Moral weit höher, als „Geld“. Geld beruhigt zwar und trägt dazu bei, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Dennoch kann jeder sein eigenes Verhalten überprüfen – völlig unabhängig von der Höhe des Einkommens!

Ist es ethisch-moralisch vertretbar,
dass es Menschen gibt, die aus Lust Tiere verletzen oder töten und uns allen erzählen, dass es notwenig sei? Diese „Hobby-Jäger“, die wir in unserer Mitte akzeptieren und dulden, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass „Jagd auf Tiere“ in der heutigen Zeit in unserer Gesellschaft wirklich nicht notwendig ist und für manche Menschen in unserer Mitte nur der reinen „Lustbefriedigung“ dient!

Ist es ethisch-moralisch vertretbar,
dass wir einfach wegsehen und weghören, damit wir uns mit all dem Leid um uns herum nicht auseinandersetzen müssen? Wir alle können so viel verändern, wenn wir wollen, aber wir müssen hinsehen, um zu erkennen, was geschieht!

Ich werde sehr traurig und wütend zugleich, wenn ich beobachte, in welche Richtung wir abdriften. Dieser Weg kann nicht richtig sein, da unsere Gesellschaft Wertschätzungen, Verantwortungsbewusstsein und Achtung für das eigene – aber auch für fremdes – Leben verliert.
Wollen wir denn wirklich weiter zu einem egoistischen Geschöpf mutieren, das nicht mehr in der Lage ist zu sehen, was überall an Leid und Grausamkeit geschieht?
Ich habe keine Lust, ein Massentier zu sein, das – ohne zu hinterfragen – der Herde folgt. Nein, ich möchte für all das Leid nicht mitverantwortlich sein und breche aus!
In dieser Herde fühle ich mich nicht wohl!

Ich träume von einer Herde warmherziger Menschen, die über den Tellerrand hinausschauen und erkennen, dass wir so nicht weitermachen dürfen! Auch diese Herde kann wachsen und wird sie in der Lage sein, viele weitere zum Umdenken zu bewegen.

Sind wir das nicht uns, den Lebewesen und dem Leben schuldig? Ich finde schon!
Dann kann die nahezu unendlich-lange Liste der Frage „Ist es ethisch-moralisch vertretbar“ auch schrumpfen.

Astrid Möller
Mitgründerin von animal aid AWM - aktiver Tierschutz


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