![]() |
Ist der Verzehr von Fisch wirklich so gesund, wie immer behauptet wird? |
Erfolgreiche Rettung eines Wals, der sich lebensbedrohlich in einem Fischernetz verfangen hat
Das Schicksal dieses Wals, der sich in einem Fischernetz verfangen hat, ereilt viele Meeressäuger!. Sie sterben durch Erschöpfung und Verletzung einen qualvollen Erstickungstod!
Das muss nicht sein, wenn die Menschen ihren Fischkonsum einschränken würden, auf dessen Verzehr man guten Gewissens verzichten kann, denn
Fisch ist gar nicht sooo gesund!
Fisch ist - entgegen
weitverbreiteter Meinung - gar nicht soo gesund. Hier koennt ihr
nachlesen, warum...
ÜBERSÄUERUNG DURCH ZUVIEL TIERISCHES EIWEISS
Der menschliche Körper besteht aus verschiedenen Organen bzw.
Organsystemen, die sich jeweils aus Milliarden von Zellen
zusammensetzen. Im Organismus laufen ununterbrochen
Stoffwechselaktivitäten ab, die für die Erhaltung des Lebens
notwendig sind.
Damit die Zellen diese Arbeit auch effektiv leisten können, brauchen
sie stabile Bedingungen in ihrer Umgebung. Von zentraler Bedeutung
für dieses Gleichgewicht ist der richtige pH-Wert (Säurewert des
Blutes)!
Eine Übersäuerung des Organismus ist die Basis vieler Krankheiten.
Der Körper setzt drei Kontrollmechanismen ein, um den
Säure-Basen-Haushalt stabil zu halten:
-
Überschüssige Säure
wird über die Nieren ausgeschieden
-
PH-Puffer im Blut
sorgen dafür, dass bei plötzlichen Säureschwankungen der Körper
intakt bleibt.
-
Durch das Ausatmen
von Kohlendioxid wird dafür gesorgt, dass der PH-Wert reguliert
wird.
Speziell mit dem ständigen Essen von viel tierischem Eiweiß, wie es
auch in Fischen in großer Menge enthalten ist, zwingen wir unseren
Körper zu einer andauernden Überproduktion von Säuren, die zur
Verdauung solcher schweren Stoffe nötig sind.
Die Folge:
Das Zuviel an Säure kann mit der Zeit durch die Ausscheidungsorgane
(Niere, Leber Lunge) nicht mehr vollständig ausgeschieden werden,
weil sie überfordert sind und so verbleibt der Saeureueberschuss in
den Geweben und Zellen selbst zurück
Sie sind übersäuert.
ENTMINERALISIERUNG
Die Stärke einer Säure hängt
von der Wasserstoffionen-Konzentration ab. Metalle wie Natrium,
Kalium, Kalzium und Magnesium können den Wasserstoff der Säure
ersetzen und mit dem Säure-Rest Verbindungen eingehen, die man Salze
nennt und die nicht mehr sauer reagieren.
Diese zum Schutz vor Übersäuerung des Blutes neutralisierten (=
abgepufferten) Säuren nennt der Volksmund Schlacken. Solange die
Ausscheidungsorgane es schaffen, werden diese Schlacken
ausgeschieden, was aber zuviel ist, „verschlackt“ den Körper mit all
seinen fatalen Folgen.
Durch diesen Abpufferungsprozess entziehen die überschüssigen Säuren
dem Körper auch seine lebensnotwendigen Mineralien (darunter so
wichtige wie Kalzium und Magnesium). Darum kann durchaus ein Mensch
zum Beispiel viel Kalzium und Magnesium zu sich nehmen und trotzdem
einen Mangel haben.
In einer amerikanischen Studie wurde gezeigt, dass zum Beispiel eine
zusätzliche Zufuhr von 34 Gramm tierischen Proteins den
Kalziumverlust über den Urin um 23% steigerte. (2) Wissenschaftliche
Daten zeigen auch, dass bei hoher Proteinzufuhr keine Anpassung des
Stoffwechsels bezüglich der Kalziumausscheidung erfolgt. Solange
hohe Mengen tierischer Proteine verzehrt werden, wird auch vermehrt
Kalzium ausgeschieden. (3)
Häufig werden die Eskimos herangezogen, die bekanntlich zu den
grössten Fischessern der Welt gehören, um die angeblichen Vorteile
des Fischverzehrs zu dokumentieren, nach dem Motto: Eskimos kriegen
keinen Herzinfarkt. Diese Menschen erleiden in Folge des hohen
Konsums tierischer Proteine schon ab dem vierzigsten Lebensjahr
einen massiven Verlust der Knochensubstanz und weisen eine noch viel
geringere Knochendichte auf als die weiße Bevölkerung, die sich mit
der üblichen „Western-diet“ ernährt. (4)
Außer einer eiweißärmeren Ernährung spielt aber auch die
Übersäuerung des Organismus eine erhebliche Rolle in der negativen
Calciumbilanz des Knochenstoffwechsels. Übersäuerungen entstehen
z.B. durch Erhöhung der Methioninzufuhr infolge häufigen
Fischverzehrs (Methionin ist eine proteinogene Aminosäure). Der
Organismus versucht jdoch stets, seinen Säure-Basenhaushalt im
Gleichgewicht zu halten. Ist nämlich das Blut und Gewebe übersäuert,
gleicht dies der Stoffwechsel durch Mobilisierung basischer
Knochensalze ( wie Calciumverbindungen ) wieder aus, was wiederum
das Osteoporoserisiko erhöht.
Gemüse, Obst (auch saures wie z.B. Zitrone), Salate und Kräuter
werden vom Körper basisch verstoffwechselt. Sie sollten darum den
größten Anteil unserer Ernährung ausmachen!
Dr. John Mc Dougall fasst die medizinischen Erkenntnisse über
Osteoporose zusammen: "ich möchte betonen, dass die durch Eiweiß
bedingten Calciumverluste des menschlichen Körpers in
wissenschaftlichen Kreisen keineswegs umstritten sind. Die
zahlreichen während der letzten 55 Jahre durchgeführten Studien über
diese Zusammenhänge beweisen eindeutig, dass der wichtigste Schritt
für eine positive Calciumbilanz, die uns die Festigkeit unserer
Knochen erhält, darin besteht, weniger Eiweiß zu essen.
Diesbezüglich nützt es nichts, größere Calciummengen zu
konsumieren." (Quelle: American Journal of Clinical Nutrition, März
1983)
Nathan Pritin fand in all den wissenschaftlichen Forschungsarbeiten
über Osteoporose keinerlei Belege für die Sichtweise des Verbandes
der Milchproduzenten, dass durch den hohen Calciumgehalt der Milch
diese gegen Osteoporose hilfreich sei. So z.B.: "Frauen des
afrikanischen Bantustammes essen nur 350 mg Calcium pro Tag. Während
ihres Lebens bringen sie neun Kinder zur Welt, die sie bis zum Alter
von zwei Jahren stillen. Diese Frauen erleiden keinen Calciummangel,
brechen sich fast nie einen Knochen und verlieren nur selten einmal
einen Zahn. Ihre Kinder werden zu körperlich stämmigen und kräftigen
Erwachsenen. Wie können sie dies mit nur 350 mg Calcium
bewerkstelligen, wo doch die (vom Nationalen Verband der
Milchproduzenten) empfohlene tägliche Calcium-Aufnahme bei 1200 mg
liegen sollte? Es ist ganz einfach. Sie essen eine Kostform, die nur
sehr geringe Eiweißmengen enthält und somit das Calcium nicht sofort
wieder aus dem Körper ausschwemmt. In den USA essen diejenigen, die
es sich leisten können, 20% ihrer täglichen Kalorienaufnahme in Form
von Eiweiß. Dies garantiert eine negative Mineralstoffbilanz, nicht
nur, was Calcium betrifft, sondern auch in Bezug auf Magnesium, Zink
und Eisen. Es steht alles in direktem Zusammenhang zu den von ihnen
konsumierten Eiweißmengen". Und im Vergleich dazu verzehren die
Eskimos mehr Eiweiß als jedes andere Volk der Welt, es sind dies bis
zu 2000 mg Calcium pro Tag. Sie dürften bei dieser hohen
Calciumzufuhr keine Osteoporose bekommen. Weil aber die Osteoporose
eine Folgeerscheinung eines enorm hohen Eiweißgehaltes in der
Ernährung ist, haben die Eskimos tatsächlich eine der höchsten
Osteoporoseraten der Welt. Die Bantu-Frauen werden aber auch im
hochbetagten Alter nicht von Osteoporose geplagt trotz ihrer
niedrigen Calciumzufuhr.
FISCH IST EINE ERHEBLICHE QUELLE FÜR ALLE MÖGLICHEN UMWELTGIFTE
Fast alle Fischarten neigen
mehr oder weniger stark dazu, Umweltgifte und Schwermetalle in ihrem
Körper zu speichern. Darum können sich in Fischen und Schalentieren
extrem hohe Mengen an hochgiftigen Chemikalien ansammeln, die nach
Schätzungen der US-Umweltbehöre EPA bis zum 9-Millionenfachen der
Giftstoffe betragen, die sich in dem verschmutzen Wasser befinden,
in dem sie leben.(1)
Indem größere Fische kleinere „vergiftete“ Fische essen, steigt in
ihnen die Konzentration weiter. Fische und Meeresfrüchte speichern
hohe Konzentrationen an Giftstoffen, weil sie das Wasser, in dem sie
leben, "atmen". Auch Muscheln filtern nahezu 40 Liter Wasser pro
Stunde. Innerhalb eines Monats enthalten Austern Schadstoffe in
einer 70 000fach höheren Konzentration als das sie umgebende
Wasser.!
Da mindestens ein Viertel des weltweiten Fischfanges(2) als
Fischmehl den Land-Zuchttieren als Futter gegeben wird, gelangen
übrigens die Giftstoffe auch ins Fleisch von Landtieren, die der
Mensch verspeist.
GIFT IM FETTGEWEBE
Fische mit viel Omega-3 sind
am stärksten mit Umweltgiften belastet!
Da sich ein großer Teil der Giftstoffe im Fettgewebe ablagert, sind
die stark fetthaltigen Fische am meisten von Schadstoffen betroffen.
Gerade die aber werden von Ärzten, Heilpraktikern und
Ernährungswissenschaftlern wegen der Omega-3-Fettsäuren empfohlen.
Das sind auch die Fische, die am meisten Cholesterin und gesättigte
Fettsäuren enthalten.
FISCH UND QUECKSILBER.
Wer häufig Fisch isst, hat
meist erhöhte Quecksilberkonzentrationen im Blut. Das können wir
auch aufgrund zahlreicher Quecksilberbestimmungen im Blut von
Patienten bestätigen, die aus dem arabischen Raum kommen. Dort ist
der Fischverzehr sehr beliebt.
Im November 2002 wurden für eine wissenschaftliche Studie an
Herzinfarktpatienten der Quecksilbergehalt in Fingernägeln und die
Konzentration von Omega-3 Fettsäuren im Fettgewebe gemessen.
Normalerweise müsste die höhere Konzentration der Omega-3 Fettsäuren
im Fettgewebe das Herz schützen, durch den hohen Quecksilbergehalt
in den Fischen wurde dieser Effekt jedoch wieder aufgehoben (3)
Es gibt auch Hinweise aus einigen Studien, z.B. aus Finnland, dass
der Seefischkonsum über eine erhöhte Quecksilberzufuhr das Risiko
für Herzinfarkt bei Männern erhöht.
Ende Juli 2007 wurden die Ergebnisse einer Gesundheits- und
Ernährungsstudie in New York publiziert. Rund 25 % der Erwachsenen
dort wiesen erhöhte Quecksilberwerte auf, die eindeutig mit einem
hohen Fischkonsum in Verbindung standen.
Mit dem Titel: „Kein Thunfisch in der Schwangerschaft“ berichtet
„Welt online“ im April 2007 von einer Studie des Bundes für Umwelt
und Naturschutz Deutschland (BUND), bei der die Quecksilberbelastung
der Haare von mehr als 250 Frauen in 21 Ländern untersucht wurden.
Bei 95 Prozent aller getesteten Frauen wurden nachweisbare Spuren
von Quecksilber gefunden. Dabei wurden in Ländern mit einem
traditionell hohen Fischkonsum besonders hohe Quecksilberwerte
gemessen.
Quecksilber ist ein giftiges Schwermetall, das sich in Form von
Methylquecksilber besonders in Raubfischen, wie z.B. Thunfisch und
Schwertfisch, anreichert. Quecksilber ist besonders giftig für
Ungeborene und Kleinkinder, da es die Entwicklung der
Nervenstammzellen im Gehirn beeinträchtigt. Eine
Quecksilberbelastung der Mutter kann einen ungünstigen Einfluss auf
die psychomotorische Entwicklung und den Intelligenzquotienten des
Kindes ausüben.
Der Vorsitzende des Ausschusses „Gesundheit und Umwelt der
Bundesärztekammer“ bezeichnete belasteten Seefisch als die größte
Quecksilberquelle. Das Bundesinstitut für Risikobewertung BFR
empfiehlt Frauen, während der Schwangerschaft und Stillzeit auf
bestimmte Fischarten zu verzichten, in denen erfahrungsgemäß
besonders hohe Konzentrationen an Methylquecksilber vorkommen, z.B.
Hai, Marlin, Hecht, Heilbutt, Thun- oder Schwertfische.
„Belasteter Seefisch ist die größte Quecksilberquelle", schreibt
Professor Heyo Eckel, Vorsitzender des Ausschusses "Gesundheit und
Umwelt" der Bundesärztekammer im Vorwort dieser Studie. Darin
vermutet Professor Philippe Grandjean von der Harvard University gar
einen Zusammenhang zwischen der Belastung der Menschen durch
Quecksilber und einem "schleichenden Intelligenzverlust unserer
Gesellschaft". (4)
Die Belastung mit Quecksilber wird weltweit zunehmen. Heute gelangt
mit dem Regen und anderen Niederschlägen im Durchschnitt mehr als
dreimal sowiel Quecksilber auf die Erde wie zu Beginn der
industriellen Revolution vor 200 Jahren.
Die Inuits in Grönland, die sich hauptsächlich von Fisch oder
Fischprodukten ernähren, gehören zu den weltweit am meisten
belasteten Völkern. Die Belastung der Fische durch Quecksilber wird
also eher zunehmen als abnehmen.
PCB IN FISCHEN
PCB vergiftete Fische führen
zu Unfruchtbarkeit!
PCB (polychlorierte Biphenyle) gehören neben Dioxin, DDT und
Dieldrin zu den giftigsten Substanzen, die jemals entwickelt wurden.
Bereits verschwindend geringe Mengen an PCB führen bei
Versuchstieren zu Krebs und Missbildungen der Nachkommen.
John Robbins beschreibt in seinem lesenswerten Buch: „Ernährung für
ein neues Jahrtausend“ eine von der US-Regierung durchgeführte
Studie, die PCB in allen getesteten Spermaproben nachweist. PCB wird
dabei als eine der Hauptursachen für die Tatsache angesehen, dass
die durchschnittliche Samenzellenkonzentration im Sperma
amerikanischer Männer nur noch 70% des Wertes von vor 30 Jahren
beträgt und dass rund 25% der Universitätsstudenten unfruchtbar
sind. Dabei seien sich die Toxikologen einig, dass die menschliche
Aufnahme von PCB hauptsächlich auf den Verzehr von Fischen aus stark
belasteten Gewässern zurückzuführen sei (5).
DIOXIN UND ANDERE UMWELTGIFTE
Fische sind oft auch stark mit
Dioxin, dem gefährlichen „Seveso-Gift“, belastet!
So fand z.B. die Verbraucher-Organisation Foodwatch im Mai 2007 in
vier Proben von Fischkonserven mit Dorschleber erhöhte Mengen
Dioxine und Dioxin-ähnliche polychlorierte Biphenyle (PCB). Verkauft
wurde die Ware den Verbraucherschützern zufolge in großen deutschen
Supermärkten (6).
Es ist allgemein bekannt, dass die Aufnahme von Dioxinen beim
Menschen zu 90–95% über die Nahrung erfolgt, besonders über
fetthaltige tierische Lebensmittel wie Milchprodukte, Fleisch und
vor allem Fisch.
Im Juni 2007 wurde eine Studie von Toxikologen aus Belgien und
Serbien publiziert, die sich mit der Dioxinaufnahme durch den
Fischverzehr beschäftigt. Wenn die empfohlene Zufuhr von
Omega-3-Fettsäuren ausschließlich durch den Fischkonsum erfolgen
würde, würde die Dioxinaufnahme des Menschen weit über dem
zulässigen Grenzwert liegen. Dioxine gehören zu den giftigsten
Umweltchemikalien überhaupt. Sie schädigen das Immunsystem und
Nervensystem und können die verschiedensten Tumore auslösen.
In Schweden beträgt die Aufnahme durch die Nahrung rund 100 pg
I-TEQ/Tag, wovon die Hälfte auf den Verzehr von Fisch und
Meeresfrüchten zurückzuführen ist (7). In Frankreich haben laut
einer neuen Studie zwischen 20 – 28% der Bevölkerung eine Belastung
mit Dioxinen, Furanen und dioxin-ähnlichen PCBs über der definierten
Toleranzgrenze, und auch hier ist der Fischverzehr zu 50% beteiligt
(8).
Fisch und Fischöl enthalten natürlich wesentlich mehr Dioxin als
Gemüse, weil Dioxin sich im Fettgewebe der Tiere ablagert.
So enthalten zum Beispiel Hering und Seelachs aus der belasteten
Ostsee nach der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit
(efsa) durchschnittlich 3,5 bis 5 mal höhere Konzentrationen an
Dioxin und dioxinähnlichen PCBs wie Hering aus anderen Gewässern
(9).
Ein von Stiftung Warentest durchgeführter Test von Lachs im Jahr
2005 zeigt, dass man so gut wie alle Umweltschadstoffe, die wir
Menschen dem Meer zumuten – das Spektrum reicht von Pestiziden bis
zu Stoffen, die in bromierten Flammenschutzmitteln, Hydraulikölen
und Anstrichmitteln für Schiffe vorkommen –- auch wieder in Fischen
findet, wenn auch zum Teil nur in Spuren.
MASSENTIERHALTUNG UNTER WASSER
Besonders problematisch ist
die Umweltbelastung von Fischen aus den so genannten Aquakulturen.
Um die weltweite Nachfrage nach Fisch zu befriedigen, werden
zunehmend Fischfarmen eingerichtet, die man als eine Art
Masttierbetriebe unter Wasser bezeichnen kann. Die Aquakultur deckt
bereits 29 Prozent aller Gesamt-Fischanlandungen; die Zucht der
Fische ist ähnlich intensiv wie die Tiermast:
Ganz aus der Natur herausgenommen, werden die Zuchtfische in engen
Tanks oder Käfigen zu Tausenden zusammengepfercht. Durch diese
Überfüllung erleiden die Fische Verletzungen an Maul und Flossen.
Stress, Krankheiten und Parasitenbefall sind die Folge. Nur
Antibiotika und Chemikalien halten sie noch am Leben.
Der Übergang von Süß- in Salzwasser bei Zuchtlachs erfolgt gegen die
natürlichen Gewohnheiten abrupt, weshalb etwa 50 Prozent der
Zuchtfische dabei sterben. Tage- oder gar wochenlang vor der
Schlachtung wird den Zuchtfischen das Futter entzogen. Bei der
Tötung schneidet man ihnen ohne Betäubung einfach die Kiemenbögen
durch und lässt sie verbluten, oder man lässt einfach das Wasser
ablaufen, so dass sie langsam ersticken.
Fisch essende Vögel, welche von den Aquakulturen angelockt werden,
werden häufig einfach getötet. (6)
In der Fischindustrie gibt es oftmals keinerlei Restriktionen. Diese
Antibiotika gelangen auch in die Umwelt. Es ist bereits
nachgewiesen, dass die Verfütterung von Antibiotika auch die
mikrobielle Flora in der Umgebung von Fischfarmen verändert. Dort
werden auch heute vermehrt antibiotikaresistente Bakterien
nachgewiesen. Diese können auch nach dem Verzehr der Fische mit
menschlichen Erregern in Kontakt kommen mit negativen Auswirkungen
auf die Darmflora.
Im Jahr 1992 war in Lateinamerika z.B. eine Choleraepidemie mit
resistenten Choleraerregern aufgetreten. Diese Resistenz war die
Folge eines ungehemmten Einsatzes von Antibiotika in Shrimpsfarmen.
Im Jahr 2004 wurde in der Zeitschrift „Science“ eine Untersuchung
über die Giftbelastung von Zuchtlachsen veröffentlicht. Vor allem
die europäischen Zuchtlachse sind erheblich stärker mit Giften
belastet als ihre wildlebenden Artgenossen. Sie enthalten ein
Vielfaches an chlorierten Kohlenwasserstoffen wie Dioxinen,
polychlorierten Biphenylen und Hexachlorbenzol. Eine Probe war z.B.
so stark belastet, dass nach den Richtlinien der US-Umweltbehörde
EPA davon nicht mehr als eine halbe Portion pro Monat gegessen
werden sollte.
Im Juni 2006 wurde in der Fachzeitung „Environmental Microbiology“
eine kritische Stellungnahme zu den Gepflogenheiten in der
Zuchtfischhaltung publiziert. Antibiotika sind inzwischen als
Mastbeschleuniger in der Tiermast in vielen Ländern verboten.
Berechnungen des Worldwatch Institute zufolge ist der Dreck, den zum
Beispiel die 600 Lachs-Farmen Norwegens in die Fjorde ablassen,
vergleichbar mit dem Abwasseraufkommen der 4,4 Millionen Einwohner
des ganzen Landes. (1) Dieser ganze Abfall, auch die verwendeten
Pestizide und weiteren Chemikalien werden von den Aquakulturen
direkt in die ökologisch empfindlichen Küstengewässer abgeleitet und
zerstören damit die dortigen Ökosysteme. (2) Und bei der Lachszucht
infizieren und töten Wolken von Seeläusen aus Aquafarmen bis zu 95
Prozent der jungen Wildlachse, wie eine Studie des Wissenschaftlers
Martin Krkosek von der Universität von Alberta in Edmonton zeigt.
(3) Auch verdrängen offenbar immer mehr aus Fischfarmen geflüchtete
Zuchtlachse die heimischen Arten. (3) Die Zuchtlachs-Betriebe
richten somit einen verheerenden Schaden unter den freilebenden
Lachsen an! Zudem braucht man für die Zucht von 1 Tonne Fischen ca.
8 Tonnen Wasser, bei der Zucht von Garnelen sogar bis zu zehnmal
mehr Wasser. (2)
Fischzucht ist zu einer stark wachsenden, lukrativen Industrie
geworden und soll zukünftig die Lösung für die überfischten Meere
bringen. Aquafarmen aber richten einen ebenso verheerenden Schaden
an der Umwelt an wie die industrielle Fischerei, und die Tragödie
der Massentierhaltung unter Wasser ist ethisch völlig unannehmbar!
ZERSTÖRUNG DER NAHRUNGSKETTEN IM MEER
Fatal aber ist das
hemmungslose Abfischen von „Futter“fischen und Krustentieren die
dann als Fischmehl in den Fischzuchbetrieben landen.
So bedroht zum Beispiel das Überfischen von Krillkrebsen für die
Fischzuchtfarmen das ganze antarktische Ökosystem. (4) Seeleoparden,
Adeliepinguine, Buckel und Blauwale und viele andere Fische und
Tierarten ernähren sich nämlich vom Krill oder von Tieren, die Krill
verspeisen. Auch wenn jeder Krebs höchstens 2 Gramm wiegt, bildet
der Krill das Herzstück der Nahrungskette in der Antarktis! (4)
Millionen Tonnen von Sardellen und Holzmakrelen aus Südamerika oder
sogar Westafrika, aber auch zum Beispiel Sandaale und Blaue
Wittlinge aus der Nordsee und Sprotten und Heringe aus der Ostsee
wandern jedes Jahr in die Fischmehlfabriken, um den enormen Bedarf
an Futterfischen für die Fischzuchtfarmen zu decken. (5)
Wenn das Ausmaß der Abfischung für Fischmehl jetzt schon sehr
schlimm ist, wie wird es erst in Zukunft sein? Die Zerstörung der
Nahrungskette der Meere aber gefährdet den gesamten marinen
Lebensraum tiefgreifend, die Folgen sind unabsehbar.
FAZIT:
Der Fischverzehr ist für
die menschliche Ernährung nicht erforderlich, vielmehr mit
verschiedenen gesundheitlichen Risiken behaftet. Es ist deshalb auch
ethisch nicht zu rechtfertigen, Milliarden von Seetieren auf
grausamste Art und Weise umzubringen. Wichtig ist auch der
ökologische Aspekt: Ohne eine drastische Einschränkung des
Fischfangs kommt es binnen kurzem zu einem ökologischen Desaster.
Ein Zusammenbruch wichtiger Ökosysteme hat für die Gesundheit des
Menschen mit Sicherheit schwerwiegende Folgen. Nach aktuellen Zahlen
sterben bereits jetzt vier von zehn Menschen, also vierzig Prozent
weltweit, an den Folgen der Umweltverschmutzung und
Umweltzerstörung.
Quelle: Greenpeace, Gruppe Freiburg
Share
zurück




