Wir möchten uns eingehend auch dem Thema "Jagd" zuwenden und Fakten zusammentragen.
Wir beginnen mit


einigen Argumenten der Jäger zur Rechtfertigung der Jagd …

... und die Antworten dazu



"Jagd muss sein, wegen der bei uns ausgerotteten Bären und Wölfe"

Da wo es noch Bären und Wölfe gibt, zeigt es sich, dass diese, abgesehen von einigen Jungtieren, in der Regel nur die konditionsschwachen und kranken Tiere erbeuten. Daher besteht z.B. bei den Wölfen ein Großteil ihrer Nahrung zeitweise auch aus Mäusen. Die Jagd auf konditionsstarke Tiere lohnt sich für die Prädatoren nicht. Deren wichtigste Funktion ist wegen dieser Zusammenhänge in der Gesunderhaltung ihrer Beutetierbestände zu sehen, indem sie schwache Tiere ausselektieren.
Jäger hingegen können ihre Opfer bezüglich deren Kondition und anderer Überlebenseigenschaften nicht einschätzen.
Schon deshalb können sie keine Bären und Wölfe ersetzen.

Zudem erlegen sie wegen ihrer Gier nach Trophäen mit Vorliebe die besonders kapitalen männlichen Tiere, etwas das einem Bär oder Wolf kaum gelingen würde. Damit sind die Jagderfolge unserer Hobby-Jäger dem Natürlichen völlig entgegen gerichtet. Da eine Bären- und Wolfspopulation auch wegen ihrer großen Reviere ihre Beutetierbestände nicht sehr wesentlich reduziert und andererseits in unserem Land den landwirtschaftlichen Mähmaschinen und dem Straßenverkehr sehr viele Tiere zum Opfer fallen, kann das Argument mit den Bären und Wölfen die Jagd nicht rechtfertigen.

"Mit der Jagd wird eine grenzenlose Vermehrung der Wildtiere verhindert"

Die Natur regelt von selbst die für ein natürliches Gleichgewicht richtige Bestandshöhe der Tiervorkommen. Dies erfolgt in erster Linie durch das vorhandene Nahrungsangebot, aber auch mit dem beschränkten Vorkommen von geeigneten Stellen für den Nestbau. Auch besteht nicht überall genügend deckungsreicher Lebensraum, den manche Tierarten zum Schutz vor Prädatoren brauchen.
Nahrungsmangel, z.B. wegen zu hoher Bestandsdichte, mindert die Nachwuchsmenge. Auch fallen dann mehr Tiere wegen körperlicher Schwäche den Prädatoren zum Opfer.
Diese Regelung funktioniert besonders gut beim Niederwild, da hier mit Dachs und Fuchs die Raubtiere noch nicht ausgerottet sind.
Auch beim größeren Wild reichen die noch vorhandenen natürlichen Regulationsfunktionen aus.
Die Natur braucht keine Hobby-Jäger. Schon deshalb nicht, da die wegen ihrer Spaß-Jagd kein wirkliches Interesse an einer Reduzierung der Bestandsdichte ihrer Beutetiere haben.
Mit Wildfütterungen, aber auch mit dem Aussetzen von Zuchttieren, bemüht man sich noch zusätzlich um eine unnatürliche Überhöhung unserer Wildtierbestände. Des weiteren fördert man höchstmögliche Geburtenraten durch die Verschiebung des Geschlechtergleichgewichts zugunsten der weiblichen Tierbestände.

"Ohne Jagd entstehen zu hohe Wildschäden"

Hier gilt es zu unterscheiden, zwischen Waldwildschäden und landwirtschaftlichen Wildschäden.
Durch die Jagd wurde das Wild derartig verängstigt, dass es sich aus dem offenen Naturbereich in den Wald zurück gezogen hat. Damit reduzierte die Jagd zwar die Wildschäden im landwirtschaftlichen Bereich, erhöhte aber zugleich die Wildschäden im Wald.
Wegen den mittels Hegemaßnahmen künstlich überhöhten Tierbeständen entstanden so allein der Forstwirtschaft in Deutschland Schäden in Höhe von etwa 2 Milliarden DM und das Jahr für Jahr! Eine Begrenzung der, durch die Hobby-Jäger mittels Hegemaßnahmen gesteigerten Waldwildschäden konnte nur noch durch den Bau von Schutzzäunen erfolgen.
Insgesamt verhinderten die Jäger keine Wildschäden, sondern verlagerten diese nur in den Waldbereich.
Wildschäden im Wald entstünden ohne Jagd kaum, da die Tiere dann angstfreier und daher wieder außerhalb der Wälder in den offeneren Naturbereichen leben würden. In diesen Naturbereichen lebendes Wild richtet dort keine Schäden an, solange es sich dabei um völlig naturbelassene Gebiete handelt.
Wildschäden entstehen erst da, wo Wildtiere auf Grund einer jagdlich bedingten, übersteigerten Angst ihren artspezifischen Lebensraum verlassen und diesen in schützendere Naturbereiche (z.B. in den Wald) verlagert haben oder da, wo die Natur kultiviert und Ackerbau betrieben wird. Zugleich kommt es beim Ackerbau wegen einem überhöhten Nahrungsangebot zu einer unnatürlichen Überhöhung der Wildtierbestände und somit auch zu enormen Wildschäden.
Die Hobby-Jagd hatte in der Vergangenheit Wildschäden nicht verhindert, sondern nur verlagert. Reduziert wurden die Schäden bisher hauptsächlich mittels Zaunbau.
Ohne Jagd kann aber der Zaunbau aus dem Bereich der Forstwirtschaft verschwinden, er wäre dann dafür im Bereich der Landwirtschaft in entsprechendem Umfang erforderlich.

"Die Jagd erfolgt nicht willkürlich, sondern nach Abschussplänen und somit den zwingenden Notwendigkeiten angepasst."

Die Niederwildjagd erfolgt willkürlich und wird nur durch Schonzeiten wegen der Jungenaufzucht begrenzt. Abschusspläne werden nur für einige vom Aussterben bedrohte Tierarten und für die Jagd auf das Schalenwild erstellt. Die Jagd auf das Schwarzwild ist davon ausgenommen und darf ebenfalls willkürlich erfolgen.
Die Abschusspläne wurden in vielen Bundesländern von den Jägern selbst erstellt und nach Einwilligung des Jagdvorstandes dann der unteren Jagdbehörde zur Genehmigung vorgelegt. Diese teils aus Jägern bestehende Behörde verwandelte nach Anhörung des oftmals auch von Jägern überbesetzten Jagdbeirates diese jagdliche Wunschliste dann in einen amtlichen Abschussplan. Damit wurden Jagdwünsche rechtlich zur Jagdpflicht, an deren Erfüllung man die Jäger nun keinesfalls behindern darf.
Die bejagten bisher aber vorwiegend nur die männlichen Tiere. Das jedoch nicht allein der Trophäen wegen. Weibliche Tiere wurden von Jägern weitestgehend deshalb verschont, damit ein jährlich immer weiter ansteigender weiblicher Tierbestand Jahr für Jahr mit immer mehr Geburten die Jäger mit immer mehr Kanonenfutter versorgte. Dazu wurde noch mittels Fütterungen einer natürlich einsetzenden Bestandsbegrenzung entgegen gewirkt und die Wildtierbestände künstlich über das natürlich tragbare Bestandsniveau hochgetrieben.
Dies, zusammen mit einer übertriebenen Hege, führte inzwischen zu enormen Benachteiligungen unserer Forstwirtschaft, aufgrund zu hoher Rehwildbestände. Daher werden in mehreren Bundesländern die Abschusspläne seit einigen Jahren entsprechend vorliegender Waldschadensgutachten korrigiert und die Lustjagd mit ihrer Hege immer deutlicher vom Rehwild auf den Schwarzwildbestand verlagert. So wird die Lust-Jagd, aber auch die damit zusammenhängenden scheußlichen Tierquälereien, nun auch weiterhin in unnötig erhöhter Weise ausgeübt.

"Jagd ist angewandter Naturschutz"

Dies ist schlicht und einfach nicht zutreffend.
Inzwischen sind sogar die wenigen ökologisch orientierten Jäger aus dem 290 000 Mitglieder zählenden Deutschen Jagdschutzverband ausgetreten und haben einen eigenen, den Ökologischen Jagdverein gegründet! Auch sei hier noch anzumerken, dass die überwiegende Mehrzahl der etwa nur 1000 Mitglieder, dieses, den Naturschutz etwas mehr beachtenden Jagd-Vereins, nicht Hobby-Jäger sind, sondern Förster!
Die Hobby-Jäger stören hingegen weiterhin absichtlich das Artengleichgewicht in der Natur durch ihre Jagd und durch die Hege (letzteres oft als vorbildliche Naturschutzmaßnahme dargestellt) und auch durch das Auswildern von teils sogar fremdländischen Tierarten, nur um noch mehr Tiere bejagen zu können.
Noch immer bejagen die Jäger in unserer Natur auch solche Tiere die bereits auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten stehen, z.B. Auerhahn, Birkhuhn, Feldhase.
Auch die Scheu des Wildes wegen der Jagd und dessen Verlagerung von Lebensraum und Lebensrhythmus hat bewirkt, dass einige Tagtierarten bereits zu Nachttieren geworden sind. Durch deren Leben in nicht mehr artgerechtem Umfeld entstehen nun auch noch enorme Naturschäden an der Vegetation, bis hin zur Bestandsgefährdung überweideter Pflanzenarten.
Und dennoch hat man von politischer Seite, vielleicht wegen der gegenseitig guten Beziehungen, die Hobby-Jäger ganz offiziell zu Naturschützern ernannt. Damit wurde bei uns der Bock zum Gärtner gemacht. Die Bevölkerung muss nun zunehmend unter dem Vorwand des Naturschutzes oder der Wildschadensverhinderung Betretungs- und Natursportverbote hinnehmen. Dabei kommt doch die übertriebene Scheu und Menschenangst der Wildtiere von der Jagd und nicht von der in der Natur Erholung suchenden Bevölkerung, denn in jagdfreien Gebieten werden bei starkem Besucherandrang die Wildtiere durch Gewöhnung an die Menschen sogar teils zahm und zutraulich. Die Verbote für die nach Erholung suchende Bevölkerung erfüllen hingegen längst einen ganz anderen Zweck, als man als Vorwand angibt, nämlich die Begünstigung der Jagd, indem man so den Hobby-Jägern ihre ersehnten menschenleeren Jagdbereiche schafft.
Quele und weitere Information


"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie mit Tieren umgeht."
                                                                 
M.Gandhi



Fortsetzung folgt



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