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VORSICHT Wildwechsel |
Besonders in der Dämmerung in Frühjahr und Spätsommer kommt es auf Deutschlands Straßen häufig zu Wildunfällen. 170.000 gemeldete Wildunfälle gibt es Jahr für Jahr, bei denen nicht selten auch Menschen zu Schaden kommen. Was kann man tun, um Wildunfällen vorzubeugen und wie sollte man sich im Falle eines Falles verhalten?
Was ist ein Wildunfall?
Die fett geschriebenen Arten sind die häufigsten Unfallteilnehmer im Tierreich. Als Wildunfall gilt den Versicherungen ausschließlich die Kollision eines Kraftfahrzeuges mit einem Stück Haarwild. Was Haarwild ist, ist im Bundesjagdgesetz § 2, Abs. 1, Punkt 1 geregelt und dort werden folgende Arten genannt. Die kursiv geschriebenen haben keine praktische Bedeutung, da sie entweder kaum oder nicht mehr in freier Wildbahn vorkommen, wie Seehunde nicht auf Straßen anzutreffen sind, oder zu klein sind, um Versicherungsschäden zu verursachen.|
§
Wisent
|
§
Murmeltier § Wildkatze § Luchs § Fuchs § Steinmarder § Baummarder § Iltis § Hermelin § Mauswiesel § Dachs § Fischotter § Seehund |
Unfälle mit Haustieren, wie Hund, Katze, Hauskaninchen,
Schwein und Rind sind keine Wildunfälle!
Ausnahmsweise, und wenn dies glaubhaft belegt werden kann, kommt die
Versicherung auch für Schäden auf, die dadurch entstehen, dass man
einem Stück Wild ausweicht und z.B. an einen Baum fährt oder
im Graben landet. Kann man dies allerdings nicht belegen und steht
nur das eigene Wort, bleibt man auf dem Schaden sitzen. Bei
Kleintieren gilt generell, dass eine plötzliche Vollbremsung
oder ein plötzliches Ausweichen den Versicherungsschutz
erlöschen lässt, da dadurch Gefahren auch für andere
Verkehrsteilnehmer entstehen können, die in keinem Verhältnis zum
möglichen Schaden am eigenen Fahrzeug stehen.
Wer nicht zumindest eine Teilkaskoversicherung für sein
Fahrzeug hat, geht in jedem Fall leer aus.

Vorbeugung
Man kann es nicht oft genug wiederholen: Die Warnschilder für
Wildwechsel stehen nicht zum Spaß an der Straße, oder weil sie
besonders malerisch aussehen. Die heimischen Wildarten, besonders
diejenigen, die auch längere Streifzüge unternehmen, benutzen immer
die gleichen Wege, die sogenannten Wildwechsel. Als
Hauptwechsel bezeichnet man die auch von mehreren Wildarten
genutzten Hauptverbindungswege z.B. zwischen unterschiedlichen
Wäldern oder Biotopen.
Wenn nun ein solcher stark genutzter Wechsel durch eine Straße
unterbrochen wird, benutzen ihn die Wildtiere trotzdem und es
kommt häufig zu Unfällen. Während die Kollision mit einem
Fuchs oder Reh meist noch glimpflich ausgeht, sind Hirsche und
Wildschweine mit Gewichten von oft weit über 50kg schon andere
Kaliber und die Fahrzeuge haben nicht selten einen Totalschaden,
von möglichen Personenschäden ganz abgesehen.
Tipps
§
Auf Landstraßen durch Feldmark und besonders durch
Waldstücke sollte man immer sehr aufmerksam und auf keinen Fall
mit überhöhter Geschwindigkeit fahren.
§
Wildwechselschilder beachten.
Besonders in der Morgen- und Abenddämmerung, aber auch die ganze
Nacht hindurch kann man wechselndes Wild antreffen.
§
In
der Paarungszeit im August haben besonders Rehböcke eine
eingeschränkte Wahrnehmung und verfolgen die weiblichen Stücke. Auch
am Tage sofort runter vom Gas, wenn man ein Stück Rehwild
sieht. Oft kommt noch ein treibender Bock hinterher und das Pärchen
rennt blindlings auf die Straße.
§
Im
August ziehen auch die Rothirsche weitere Strecken hin zu
ihren angestammten Brunftplätzen, so dass auch hier mit
verstärktem Wildwechsel zu rechnen ist. Nach Ende der Brunft ziehen
sie zurück in ihre Heimatreviere. Hirsche sind Rudeltiere und
treten nur selten allein auf!
§
Wildschweine (Schwarzwild)
sind hauptsächliche nachtaktiv und treten so gut wie immer in
Rotten auf. Wenn man also nachts ein Wildschwein über die
Straße flitzen sieht, sollte man sehr sehr vorsichtig fahren, denn
wenn es nicht zufällig ein Nachzügler war, kommt oft noch ein ganzer
Familienverband hinterher.
§
Im
Winter finden sich auch die sonst einzelgängerisch lebenden Rehe
in Rudeln, sogenannten Sprüngen, zusammen. Während man es in
Frühjahr und Sommer oft nur mit einzelnen Stücken oder einer
Kleinfamilie aus Ricke, Schmalreh und Kitz zu tun bekommt, können in
Spätherbst und Winter durchaus 8 - 10 Rehe über die
Straße springen.
§
Zieht vor Ihnen Wild auf die Straße, hupen Sie mehrfach, um
es zu vertreiben. Lichthupe oder Fernlicht helfen nicht, sondern
locken das Wild unter Umständen noch an.
Rufen Sie bei einem Wildunfall auf jeden Fall sofort die Polizei -
auch dann, wenn das Tier tödlich verletzt wurde!
Einfach weiterfahren bedeutet in juristischem Sinne:
"unerlaubtes Entfernen vom Unfallort" und wird auch geahndet.
Bitte bedenken Sie auch, dass ein verletztes Tier umgehend versorgt
werden muss und sich ein Weiterfahren aus moralischer Verpflichtung
heraus schon verbietet.
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Auf jeden Fall gilt: in Waldgebieten bitte besonders aufmerksam und langsam fahren. Die Wildtiere danken es Ihnen! |
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