EDEKA
verkauft Dosenthunfisch mit "Delfin-Blut" auf Empfehlung des WWF
München, 29.06.2011 - Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.
(GRD) warnt vor "delfintödlichem" Dosenthunfisch, der in deutschen
EDEKA-Filialen verkauft wird. Beim Fang der in den Dosen
verarbeiteten gefährdeten Gelbflossen-Thune sterben jedes Jahr über
Tausend Delfine. Nach offiziellen Angaben starben allein 2009 etwa
1300 Delfine beim Fang der jetzt auch bei EDEKA erhältlichen
Thunfischware, wobei Umweltschützer und viele Experten von einer
weit höheren Dunkelziffer sprechen.
"Besonders fatal für die Glaubwürdigkeit aller Ökolabel und
Lebensmittelzertifizierungsprogramme ist, dass dieser Thunfisch vom
WWF empfohlen wird", erläutert Ulrike Kirsch, Leiterin des
SAFE-Thunfischkontrollprogramms der GRD. "EDEKA und WWF machen sich
mitschuldig am grausamen Beifangtod unzähliger Delfine".
Die bei EDEKA unter dem zynischen Motto "für einen transparenten
Einkauf mit gutem Gewissen" firmierenden Produkte sind
angeblich mit "weniger
Beifang und bestandserhaltend gefangen".
Die GRD wertet dies als massive Verbrauchertäuschung, denn in
Wahrheit stammt der Delfinkiller-Thunfisch von der für ihre
rücksichtslosen Piratenfischereimethoden einschlägig bekannten Firma
Seatech International aus Kolumbien.
"Hier wurden und werden ganz gezielt Delfine gequält und getötet",
so Ulrike Kirsch. "Das hat nichts mit selektivem Fischfang zu tun,
wie auf den Dosen behauptet wird".
Die GRD rät dringend vom Kauf des EDEKA-Delfinkiller-Thunfisch ab!
Das folgende Video zeigt ein Fangschiff der Firma Seatech beim
(illegalen) Fischen und Töten von Delfinen im Galapagos-Nationalpark
(Vorsicht:
für Kinder nicht geeignet!)
Im Tropischen Ostpazifik (ETP) sind
Thunfischschwärme oft mit Delfinschulen vergesellschaftet (die
Delfine schwimmen an der Wasseroberfläche, der Thunfischschwarm bis
zu 150 m darunter). Ein bis heute rätselhaftes und nur in dieser
Meeresregion zu beobachtendes biologisches Phänomen, das die Fischer
ausnutzen, indem sie gezielt Delfinschulen jagen und einkreisen.
Nach offiziellen Angaben der
Fischereikommission IATTC kommt dabei auch illegalerweise Dynamit
zum Einsatz!
Das delfintödliche IATTC-Label:
Die EDEKA-Thunfischware wurde nach den Vorschriften des weltweit
weitgehend geächteten, weil "delfintödlichen", AIDCP-APICD-Labels
der Fischereikommission IATTC gefangen. "Es ist ebenso abstrus wie
skandalös, dass EDEKA und WWF diese Fischfangmethode jetzt als eine
der umweltschonendsten im östlichen Pazifik bezeichnen", sagt Ulrike
Kirsch.
In den USA darf derart gefangener Thunfisch per Gesetz nicht als
"delfinfreundlich gefangen" ausgezeichnet werden.
Gemäß der
Vorgaben der IATTC-Fischereikommission
sollen die Delfine zwar durch Herablassen der Netze wieder
freigelassen werden. Dennoch gehen bei dieser Fangmethode jedes Jahr
mehrere Hunderte Delfine elendig zugrunde, entweder weil sie nicht
rechtzeitig gerettet werden oder weil sie nach dem Freilassen an den
während der "Treibjagd" erlittenen Verletzungen sterben.
Früher ließ man die Delfine einfach in den Netzen sterben. Von
diesen Massakern haben sich die Bestände bis heute nicht erholt.
Wissenschaftler sehen den Grund dafür auch darin, dass sich die
jetzt angewandte Fangmethode schädlich auf Fortpflanzungsfähigkeit
und Gesundheit der Tiere auswirkt.
Das SAFE-Thunfischlabel:
Unter dem Internationalen Kontrollprogramm für delfinsicheren
Thunfisch/SAFE, das weltweit vom EII und in Deutschland von der GRD
umgesetzt wird, ist das Setzen von Netzen um Delfine strikt
verboten.

Der Appell von Weltumsegler Rollo Gebhard:
"Auf meinen 3 Weltumsegelungen haben mich immer Delfine
begleitet. Diese Lebewesen waren meine Freunde, haben mir einmal
sogar das Leben gerettet. Deshalb fühle ich eine innere
Verpflichtung, ihnen zu helfen. Ich appelliere an die Verbraucher
durch ihr umsichtiges Verhalten, unseren Einsatz zur Rettung der
Delphine zu unterstützen", sagt der dreifache Weltrumsegler und
Gründer der GRD, Rollo Gebhard.
Was uns EDEKA und WWF verschweigen
GRD-Stellungnahme zu den "Aussagen" von EDEKA und WWF zum Thema
delfintödlicher Thunfisch aus dem Ostpazifik
Im Folgenden möchten wir einige Dinge in Antwort auf die
Standardtexte von EDEKA und WWF in Bezug auf den bei EDEKA
erhältlichen delfintödlichen Thunfisch aus dem Ostpazifik
richtigstellen.
Kurz gefasst kann man sagen, dass alles, was die Fischerei im
östlichen Pazifik anbelangt, auch für das Kontrollprogramm für
delfinsicheren Thunfisch/SAFE gilt. Mit einem gravierenden
Unterschied: SAFE geht weit über die Anforderungen der
Fischereikommission IATTC hinaus!
Denn anders als EDEKA und WWF nehmen wir den Tod von jährlich
mehreren Hundert Delfinen beim Thunfischfang
nicht einfach als "Kollateralschaden"
hin. Dass man Thunfisch fangen kann, ohne Delfine zu töten, machen
GRD und EII seit nunmehr fast 20 Jahren mit ihrem Kontrollprogramm
für delfinsicheren Thunfisch/SAFE vor. Seit 20 Jahren kämpft die GRD
dafür, dass kein delfintödlicher Thunfisch auf den deutschen Markt
kommt. Wer sicher gehen will, dass an seinem Thunfisch nicht das
Blut von Delfinen klebt, hält sich an unsere
Positivliste oder an
Thunfisch mit dem Logo SAFE.
Unsere Klarstellungen finden sich jeweils nach den Aussagen der
WWF-Standardantwort, die in weiten Teilen der von EDEKA entspricht.
WWF:
Der WWF bewertet die Ringwaden-Fischerei auf Gelbflossenthun
(Thunnus albacares) im östlichen Pazifik (östlicher Zentralpazifik
und nördlicher Südost-Pazifik) als gute Alternative. Sie gehört zu
den umweltschonendsten Thunfisch-Fischereien weltweit. In dieser
Fischerei werden - anders als in den meisten Thunfisch-Fischereien -
keine Lockbojen (sogenannte fish-agreggating-devices - FADs)
eingesetzt.
GRD: In der vom WWF empfohlenen Fischerei im
Ostpazifik ist der Einsatz der erwähnten FADs nicht verboten.
Die Aussage des WWF ist falsch,
da Lockbojen auch dort zum Einsatz kommen. So wurden beispielsweise
im Jahr 2009 dort 8.800 Mal FADs (Lockbojen) eingesetzt.
WWF:
Diese Fischerei, erfüllt die Ansprüchen des rechtlich verbindliche
Delphin-Schutz Programm "Agreement on the International Dolphin
Conservation Program (AIDCP)" von der regionalen Fischereikommission
(Inter-American-Tropical-Tuna-Commission - IATTC) und hat effektive
Maßnahmen ergriffen…
GRD: Das Delfinschutzprogramm AIDCP wurde vom Earth
Island Institute und von der GRD
NIE anerkannt, weil unter diesem Programm ganz
offiziell Delfine beim Thunfischfang sterben dürfen.
Die Fischereikommission IATTC vergibt
"Delfin-Todesquoten" an die Fangschiffe. 2009 kamen
so knapp 1.300 Delfine elendig ums Leben.
WWF:
Die Netze sind so konstruiert, dass Delphine Fluchtmöglichkeiten
haben. Zudem sorgen Taucher dafür, dass Delphine, die versehentlich
doch mit Netzen zusammengetrieben wurden, lebend wieder frei gesetzt
werden, bevor das Netz zusammengezogen und an Deck gehievt wird.
GRD: Die Delfine werden bei dieser Fangmethode nicht
versehentlich mitgefangen, sondern
GEZIELT gehetzt und mit dem Netz eingekreist! In
besagter Region gibt es das biologische Phänomen, dass Thunfische
unter Delfinen schwimmen. Fischer nutzen die Delfine zur Ortung der
Thunfische, setzen die Netze gezielt um die Delfine und ziehen das
Netz unten zu. Vor dem Anbordholen wird das Netz zum Teil abgesenkt,
damit die Delfine hinausschwimmen können.
Allerdings können die Delfine nicht immer rechtzeitig gerettet
werden. Die Prozedur als solche (Hetzen und Einkreisen) ist für die
Tiere extrem belastend, Mutter-Kind-Paare werden
auseinandergerissen.
Viele Delfine sterben nicht im Netz, sondern nach der Freilassung an
den erlittenen Verletzungen. Manche Delfingruppen werden bis zu 3
Mal am Tag gejagt! Sogar Dynamit setzen manche Fischer zum
Zusammentreiben der Delfine ein!
Im Jahr 2009 wurden knapp 11.000 Mal Netze um Delfinschulen gesetzt!
Wäre die vom WWF empfohlene Fangmethode unbedenklich, müsste die
Delfinsterblichkeitsrate 0 sein (siehe oben). Das ist sie aber
nicht.
Diese Fangmethode wirkt sich schädlich
auf Gesundheit und Fortpflanzungsfähigkeit der Delfine aus, das ist
wissenschaftlich erwiesen.
WWF:
AIDCP ist von Greenpeace, WWF sowie von der EU-Kommission als zu
unterstützendes, strenges Delphinschutzprogramm anerkannt.
GRD: GRD und EII haben das AIDCP noch nie als ernst
zu nehmendes Delfinschutzprogramm anerkannt.
Greenpeace USA erkennt das AIDCP mit Sicherheit nicht an.
Dass die EU-Kommission dies billigt ist verständlich, sie ist ja
selbst Mitglied der Fischereikommission IATTC.
Allerdings ist die EU für uns in Sachen nachhaltige Fischerei und
Beifangreduzierung kein Maßstab, denn sie schafft es ja noch nicht
einmal in EU-Gewässern die Fischbestände zu erhalten bzw. zu
schonen. Nicht umsonst ist die GRD Mitglied bei
OCEAN2012, einer Koalition
von Naturschutzorganisationen, die strengere Maßnahmen zur
nachhaltigen Fischerei von der EU fordern.
WWF:
Der Bestand des Gelbflossenthuns im östlichen Pazifik ist voll
genutzt.
GRD: Stimmt, der Bestand steht also am Rande der
Überfischung.
Daher ist es uns ein Rätsel, wie man diese Fischerei als nachhaltig
und bestandserhaltend bezeichnen kann. Unter dem
Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch/SAFE der GRD erwerben
die beteiligten Importeure und Händler daher auch größtenteils die
Thunfischart "Skipjack", eine robuste Art, deren Bestände
größtenteils noch nicht voll ausgeschöpft sind.
WWF:
Es sind Management-Maßnahmen ergriffen worden, um die Fangkapazität
in dieser Fischerei zu limitieren, damit nur so viel Thunfisch
gefischt wird wie auch nachwachsen kann. Die Fischereikontrollen
sind gut, auf jedem Fangschiff gibt es einen unabhängigen
Beobachter, der die Fänge überwacht und and die regionale
Fischereikommission (IATTC) meldet.
GRD: Stimmt. Aber das alles gilt auch für den unter
SAFE gefangenen Thunfisch. Mit einem gravierenden Unterschied:
SAFE geht weiter und verbietet
das Setzen von Netzen um Delfine!
Quelle
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