![]() |
In Deutschland gelangen jedes Jahr
zwischen
1.000 und 2.000 Tonnen
Blei aus den Jagdgewehren in Wald und Flur. Blei gelangt so in Böden
und Wasser, wird von Tieren aufgenommen und gelangt somit in die
Nahrungskette. Vergiftungsgefährdet sind dadurch alle Lebewesen, vor allem auch aasfressende Greifvögel wie Bussard, Adler, Milan oder Kornweihe. |
Das Schwermetall kann über den Verzehr
angeschossener Beutetiere in den Verdauungstrakt der Greifvögel
gelangen.
Jeder dritte bis vierte der seltenen
Seeadler stirbt in Deutschland deshalb an Bleivergiftung.
Natürlich sind auch
Menschen, die Wild essen
gefährdet. Traf das Projektil beim Tier nämlich einen Knochen,
werden feinste Bleipartikel weit in das Gewebe gestreut. Wird dieser
Bereich nicht großzügig herausgeschnitten, nimmt der Mensch beim
Verzehr das giftige Schwermetall auf. Blei kann eine chronische
Vergiftung hervorrufen, die sich unter anderem in Kopfschmerzen,
Müdigkeit, Abmagerung und Defekten der Blutbildung, des
Nervensystems und der Muskulatur zeigt. Bleivergiftungen sind
besonders für Kinder und Schwangere gefährlich.
Verbraucherschutz: dramatische Entwicklung durch die
Verwendung bleihaltiger Munition
Quelle: Helmut Brücher,
CITES-Sachverständiger, ÖJV
Wie beim OEJV Saar nachzulesen ist, wurde bereits 2010 weitgehend
unbemerkt eine größere Charge Rehfleisch vom Markt genommen, da sie
erheblich bleiverseucht war.
Kürzlich wurden 1,2 Tonnen Hasenkeulen aus Österreich in Deutschland
vom Markt genommen, da der Blei-Grenzwert für Schweinefleisch (einer
für Fleisch von Wildtieren existiert erstaunlicherweise nicht) um
über das 1.000-fache überschritten war. Details inkl. einer
Einschätzung der Gefährdung von Blei in Nahrungsmitteln im Anhang.
Der Rückruf wurde EU-weit über das europäische Schnellwarnsystem für
Lebensmittel erfasst und EU-weit gestreut.
Aktuell nehmen mehrere Lebensmittelketten jegliches Wildfleisch aus
den Regalen. Der Wildhandel ist in Aufruhr.
Ende Oktober treffen sich die Länder-Agrarminister zum Thema. Am 3.
+ 4.11. 2011 findet in Berlin beim BfR (Bundesamt für
Risikobewertung, früher Bundesgesundheitsamt) eine schnell
angesetzte Tagung zum Thema statt. Der gesamte Lebensmittelhandel
wird auch auf der Matte stehen.
Bundesforst und Berliner Forsten haben bereits den Ausstieg aus der
Bleimunition festgelegt. In Mecklenburg-Vorpommern ist bleifreie
Munition im Landeswald weiterhin verboten.
Der Deutsche Jagdschutzverband blockiert weiterhin bleifreie
Munition. Er beruft sich darauf, es wäre noch nicht der
wissenschaftliche Nachweis erbracht, dass bleifreie Munition
tierschutzgerecht tötet. Die Dissertation zum Thema (Auswertung von
Schussprotokollen) läuft an der FH Eberswalde und soll im 1.
Halbjahr 2012 fertig werden. Nach aktueller Rechtslage kann
Jedermann Munition herstellen und vermarkten, ohne dass irgendein
Prüfverfahren vorgeschrieben ist! Noch nie hat der DJV verlangt,
dass eine Munition vor Vermarktung wissenschaftlich überprüft werden
soll: also eine reine Hinhaltetaktik.
Teilen Sie diese Seite
Share




